Unsere Kampagne „Rettet die Erneuerbaren Energien!“ gewinnt weiter an Kraft: Über 210.000 Menschen haben bereits unterschrieben, mehr als 4.000 Unternehmen unterstützen unseren Wirtschaftsappell. Dieses breite Bündnis zeigt eindrucksvoll, dass eine verlässliche, ambitionierte Energiewende von großen Teilen der Gesellschaft und der Wirtschaft getragen wird. Dennoch bleibt eine politische Kurskorrektur bislang aus. Zwar hat der Wahlerfolg von Cem Özdemir in Baden-Württemberg neue Diskussionen ausgelöst, doch auf Bundesebene ist davon bisher wenig zu spüren. Stattdessen treibt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche eine Reihe von Gesetzesvorhaben voran, die den Ausbau erneuerbarer Energien erheblich bremsen könnten.
Im Zentrum stehen mehrere geplante Reformen: Beim Erneuerbaren-Energien-Gesetz drohen deutliche Verschlechterungen, insbesondere durch die Abschaffung der Einspeisevergütung für Solaranlagen auf Dächern. Gerade für Bürgerinnen und Bürger sowie kleinere Betriebe würde Solarstrom damit deutlich unattraktiver werden. Gleichzeitig sorgt das sogenannte Netzpaket für zusätzliche Unsicherheit: Durch neue Regelungen wie einen Redispatch-Vorbehalt bleibt unklar, ob und wann erzeugter Strom tatsächlich vergütet wird. Für Investorinnen und Investoren bedeutet das ein erhebliches Risiko. Auch im Gebäudebereich sind Rückschritte geplant. So soll Biogas künftig verstärkt in neuen Gasheizungen eingesetzt werden – mit steigenden Kosten insbesondere für Mieterinnen und Mieter. Ergänzt wird dies durch Einschränkungen beim Netzausbau, die den Transport von günstigem erneuerbarem Strom erschweren und damit den gesamten Umbau des Energiesystems verlangsamen könnten.
Diese Politik hat weitreichende Konsequenzen. Wer erneuerbare Energien ausbremst, verlängert nicht nur die Nutzung fossiler Energieträger, sondern verstärkt auch die Abhängigkeit von Energieimporten aus politisch unsicheren Regionen. Statt auf günstige, saubere Energie und zukunftsfähige Arbeitsplätze zu setzen, drohen steigende Preise und neue geopolitische Risiken. Die Energiewende ist deshalb nicht nur eine ökologische Aufgabe, sondern auch eine Frage von wirtschaftlicher Vernunft und sicherheitspolitischer Verantwortung.
Auch bei uns in Vorpommern-Greifswald ist die Energiewende längst Realität und eine echte Erfolgsgeschichte. Viele Menschen, Unternehmen und Kommunen haben in den vergangenen Jahren in Windkraft, Solarenergie und Speicher investiert. Dadurch sind Arbeitsplätze entstanden, regionale Wertschöpfung wurde gestärkt und Abhängigkeiten von teuren fossilen Energieimporten konnten reduziert werden. Kommunen profitieren von zusätzlichen Einnahmen, während Bürgerinnen und Bürger Zugang zu stabileren und oft günstigeren Energiepreisen erhalten. Diese positiven Entwicklungen sind konkret vor Ort sichtbar – und genau sie geraten nun in Gefahr.
Außerdem würden die geplanten Änderungen dazu führen, dass insbesondere Solaranlagen auf Dächern wirtschaftlich unattraktiv werden. Gleichzeitig werden Investitionen in neue Wind- und Solarparks durch unsichere Rahmenbedingungen erheblich erschwert. Das trifft vor allem das lokale Handwerk, Installationsbetriebe, mittelständische Unternehmen sowie Bürgerenergieprojekte. Auch bereits laufende Planungen, etwa in der kommunalen Wärme- und Klimapolitik, könnten verzögert oder sogar infrage gestellt werden. Damit stehen nicht nur Klimaziele auf dem Spiel, sondern auch wirtschaftliche Chancen und Entwicklungsperspektiven in unserer Region.
Gerade angesichts internationaler Krisen wird immer deutlicher, wie wichtig Energiesouveränität ist. Erneuerbare Energien bieten die Chance auf eine sichere, bezahlbare und unabhängige Energieversorgung. Sie schützen Verbraucherinnen und Verbraucher vor starken Preisschwankungen auf dem Weltmarkt und stärken gleichzeitig die heimische Wirtschaft. Trotz großer Fortschritte – inzwischen stammen rund 60 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen – liegt ihr Anteil am gesamten Energieverbrauch erst bei etwa 24 Prozent. Das zeigt: Der größte Teil der Energiewende liegt noch vor uns. Umso wichtiger ist es, die richtigen politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, statt den Ausbau jetzt auszubremsen.
Wir setzen uns daher weiterhin mit Nachdruck für eine beschleunigte Energiewende ein – auch hier vor Ort im Kreistag. Unser Ziel ist klar: Die Energiewende muss ein demokratisches Mitmach-Projekt bleiben, an dem Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Unternehmen gleichermaßen teilhaben können. Sie darf nicht zu einem Spielfeld weniger Großkonzerne werden, sondern muss weiterhin breite Beteiligung und regionale Wertschöpfung ermöglichen.
Jetzt ist der Moment zu handeln:
Unterstütze unsere Kampagne und setze ein Zeichen für eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energiezukunft.