Lokale Fischerei erhalten!

29.10.21

Durch die Verschärfung der Fangquoten für Hering und Dorsch in der westlichen Ostsee gerät die lokale Fischerei in Notstand. Die Fangquoten der wichtigsten Fische wurden auf null gesetzt .

Markus Münzenberg, Wiecker Bürger und für die Bündnisgrünen in der Greifswalder Bürgerschaft dazu:

„Unsere lokale Fischerei ist ein wichtiger Traditionsfaktor für Greifswald und Wieck. Ohne sie würde Wieck seinen Charakter und viel Anziehungskraft verlieren. Wenn nur noch Fisch verarbeitet würde, der von weither angeliefert wird, entstünde ein langfristiger Schaden, sowohl ökonomisch für den Tourismus, also auch ökologisch in Bezug auf lokale Lebensmittel. Damit ginge die Tradition des Fischerdorfes verloren.“

Münzenberg weiter: „Unsere bündnisgrüne Fraktion hat nun einen Antrag in die Bürgerschaft eingebracht, um kurzfristig den Fischern zu helfen. Wir wollen aber auch, dass sich verschiedene Akteure zusammensetzen, um eine langfristige Perspektive zu entwickeln.“

Münzenberg weiter: „Als kurzfristige Unterstützung fordern wir die Aussetzung der Liegegebühren für die Wiecker Fischereigenossenschaft. Dies wird auch in ersten Gesprächen als erste, nötige Hilfsmaßnahme anerkannt. Langfristig halten wir eine Diversifizierung in unserer Fischerei für notwendig, um lokal Lebensmittel aus dem Meer zu erzeugen und vor allem, um davon leben zu können. Die lokalen Akteure sind durch Weiterverarbeitung und Verkauf bereits breit aufgestellt, ohne das die Fischereitradition jedoch ohne Basis. Wir müssen die Traditionsfischerei, wenn nötig, auch finanziell unterstützen. Damit sollten mögliche Umrüstungsmaßnahmen unterstützt werden, wie ein Umstieg auf andere Fischarten oder die Etablierung von Aquakulturen oder Muschelzucht in der Ostsee. Dies ist auch an anderen Standorten in der Ostsee schon geschehen. Muscheln wachsen in der Ostsee, sind aber durch den geringen Salzgehalt kleiner und könnten nur ein weiterer Baustein lokaler Meeresspezialitäten in der Gastronomie sein. Dies müsste von lokaler Forschung initiiert und begleitet werden. Emissionsfreie Aquakulturen von Meerforellen werden zur Zeit in Mecklenburg-Vorpommern auch erprobt. Das langfristige Ziel muss natürlich sein, die Weichen für eine nachhaltige Traditionsfischerei wieder herzustellen.

Auch bei der Direktvermarktung muss die lokale Politik an ihre Fischer denken. Die Stadtverwaltung soll hier ein Konzept zur Wirtschaftsförderung erarbeiten. Das können auch verkaufsfördernde Ideen sein, wie die bereits vom Oberbürgermeister in Spiel gebrachte weitere Ausweitung der Verkaufsfläche für die Gastronomie der Fischereigenossenschaft in Greifswald.

Als Bürgerschaft müssen wir an Land und Bund appellieren, nachhaltige Strategien zu entwickeln, die den Erhalt der lokalen Fischerei zum Ziel haben. Denn Wieck ohne bunte Wimpel der Barken, ohne anlandende Fischerboote wollen wir uns nicht vorstellen!“

Link zum Antrag: https://greifswald.sitzung-mv.de/public/vo020?VOLFDNR=1002605&refresh=false

 

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