Immer noch erschreckende Kinderarmut in Greifswald

10.09.09 von Ulrich Rose

Die Zahlen zu Kindern, die in SGB II-Bedarfsgemeinschaften (Arbeitslosengeld II) leben und somit auf Sozialleistungen unter Existenzminimum angewiesen sind, sprechen eine deutliche Sprache. Wie das "Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ)" aus Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Statistischen Bundesamtes (Bevölkerung) ermittelte, lebten in Greifswald 1895 Kinder von Sozialgeld (Stand April 09). Das sind immer noch  34, 4 % aller Kinder unter 15 Jahren. Und es ist immer noch Platz 400 unter den 413 ausgewerteten Kreisen und kreisfreien Städten in der Bundesrepublik Deutschland. Das sind Zahlen, die vor dem Hintergrund, dass die Krise den Arbeitsmarkt noch kaum erreicht hat, besonders erschrecken, erklärte Gregor Kochhan, sozialpolitischer Sprecher des Kreisverbandes.

Die landesweite Tendenz in Mecklenburg-Vorpommern ist dabei deutlich besser ist als in Greifswald, so Kochhan weiter  Die Veränderungsraten zeigen, dass sich in Greifswald im Vergleich zum Land wenig bis nichts in der Bekämpfung von Kinderarmut getan hat. Im Landesdurchschnitt sank die Zahl der Kinder in SGB II-Bedarfsgemeinschaften von September 08 bis April 09 um 7, 2 %, in Greifswald dagegen nur um 3, 1 %. Und Greifswald liegt mit seinen 34, 4 % noch weit über dem Landesdurchschnitt von 27, 9 % Kindern im Sozialgeldbezug.

Auch mag es erstaunlich sein, dass die absolute Zahl der Kinder im Sozialgeldbezug innerhalb eines Jahres von 2063 auf 1895 gesunken ist. Das ist im Wesentlichen aber einer Änderung beim "Kinderzuschlag" geschuldet, wonach Familien am Rande des Existenzminimums auf ALG II-Niveau geholfen wird, sie aber aus der ALG II-Statistik herausfallen.

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Greifswald