Atommüll-Zwischenlager in aktiver Erdbebenzone geplant

23.01.09

Bei den geologischen Untersuchungen zum Erdbeben vom 16. Dezember letzten Jahres, das ja auch in Greifswald und Ostvorpommern deutlich zu spüren war, stellte sich heraus, dass es sich nicht um ein Beben in Folge der allmählichen Hebung Skandinaviens handelte, sondern um ein "Wiedererwachen" einer sehr alten, für inaktiv gehaltenen Störungszone, der so genannten "Tornquist-Teisseyre-Zone" (TTZ).

Lubmin liegt im Bereich des "West Pomeranian Fault System". Offensichtlich ist die Zeit der Inaktivität dieses Störungsgebiets vorbei, somit ist jederzeit wieder mit einem Beben zu rechnen.

Vor diesem Hintergrund fordert Ulrike Berger vom Landesvorstand BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eine neue Untersuchung zur Sicherheit des Atommülllagers Lubmin. "Zusätzlich zu den an sich schon ausreichenden Gründen, die Genehmigung für das Zwischenlager nicht zu verlängern, wäre es ein menschenverachtender Wahnsinn, strahlenden Müll in einem aktiven Erdbebengebiet zu lagern!", so Berger weiter.

Bisher, ergänzt Christa Labouvie vom Kreisvorstand, habe dieser Umstand nicht berücksichtigt werden können, da seismische Ruhe herrschte. Nun sei aber klar, dass es damit vorbei sei. "Auf keinen Fall dürfen neue Castoren mit süd- und westdeutschen Atommüll nach Lubmin gebracht werden."

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Greifswald