07.09.2015

Mit dem B-Plan 55 Wende in der Wohnungspolitik einläuten

Stefan Fassbinder, designierter Oberbürgermeister Greifswalds

Eine bessere Wohnungspolitik für Alle: Familienfreundlich, generationenübergreifend, vielfältig und auch von Verdienern mittlerer oder geringer Einkommen bezahlbar, das war eines der wichtigsten Wahlziele von Greifswalds designiertem Oberbürgermeister Stefan Fassbinder. Mit dem Gebiet zwischen Hafenstraße und an den An den Wurthen (B-Plan 55) möchten die ihn unterstützenden Parteien DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN nun diese Wende in der Wohnungspolitik einläuten.

“Mit dem B-Plan 55 fassen wir das letzte größere noch nicht überplante Gebiet in der Innenstadt an. Diese Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen.” betont Fassbinder. Die derzeitige Planung sieht dort ein Wohngebiet mit Eigenheimen der gehobenen Preisklasse vor. Im nahe gelegenen Areal an der Hafenstraße verlangt die Stadt derzeit 200 €/m². Dies dürfte dann wohl auch der Richtwert für die Grundstücke An den Wurthen werden - exklusiv und teuer.

“Wir wollen, dass der zukünftige Rahmen für das Wohngebiet so gesetzt wird, dass dort auch bezahlbarer Wohnraum entsteht, das durch Nutzungsmischung auch Arbeitsplätze entstehen (Einzelhandel, Gastronomie) und die Fragen der
Kinderbetreuung und ähnlicher Aspekte bedacht werden. Eine reine
Eigenheimsiedlung wäre keine nachhaltige und sinnvolle Nutzung der knappen
Ressource Bauland im städtischen Bereich”, hebt Dr. Jörn Kasbohm, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, hervor.

Alle innenstadtnahen Bauvorhaben der letzten Jahre zielten ausschließlich auf
die Besserverdienenden unserer Stadt. “Das zeigte insbesondere auch die letzte Bestandsaufnahme für den Rahmenplan Innenstadt. Danach wohnen dort immer weniger Haushalte mit mittleren oder geringen Einkommen, Familien mit mehr als einem Kind oder ältere Menschen. Das ist das Gegenteil von Vielfalt und Miteinander”, so Dr. Andreas Kerath, Vorsitzender der SPD-Fraktion. “Wir sollten diese großartige Chance im B-Plan-Gebiet 55 auf ein modernes, vielfältiges und lebenswertes Quartier direkt am Wasser nicht ungenutzt verstreichen lassen!”

“Ich kann mir das Quartier sehr gut als Modellprojekt für Greifswald vorstellen,
das die Themen Nachhaltigkeit, Mehrgenerationenwohnen und Familie konzentriert und bündelt. Wir dürfen dann nicht nur auf den Marktwert der Grundstücke schauen, sondern müssen im B-Plan bestimmte Areale für preisgünstiges Wohnen definieren. Es sollten Grundstücke für neue Modelle des Wohnens und Zusammenlebens zur Verfügung stehen. Ein Vorbild könnte zum Beispiel das Wohngebiet "Alte Weberei" in Tübingen-Lustnau sein”, erläutert Stefan Fassbinder erste Ideen.

“Ganz wichtig ist eine breite Debatte in den Gremien und der Bevölkerung über
die Nutzung dieses schönen Quartiers. Eine erste Gelegenheit bietet die Beratung im Bauausschuss am 8. September”, lädt Alexander Krüger, Vorsitzender des Bauausschusses ein.

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