Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald modernisiert ihr Stadtbusnetz grundlegend. Hintergrund sind umfangreiche städtebauliche Entwicklungen, die bessere Anbindung wichtiger Einrichtungen wie Universitätsklinikum und Campusbereiche sowie die Umsetzung des Nahverkehrsplans 2017–2027. Das bisherige Busnetz stammt aus dem Jahr 2012 und bildet die veränderten Anforderungen nicht mehr ausreichend ab. Mit dem neuen Liniennetz schafft die Stadt eine zukunftsfähige Grundlage für einen leistungsfähigen öffentlichen Personennahverkehr.
„Wir haben dafür gekämpft! Ab Oktober gibt es ein neues Stadtbusnetz mit mehr Linien und Haltestellen. Unser Stadtbus ist klimaneutral und wetterfest, eine echte Alternative für alle Greifswalder*innen.“
Jörg König, Vorsitzender Bauausschuss Bürgerschaft Greifswald
Aufbau und Struktur des neuen Netzes
Das überarbeitete Liniennetz besteht aus drei Hauptlinien, die vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ausgehend verschiedene Stadtgebiete direkt erschließen. Ergänzt wird das Angebot durch eine Ringlinie, die das Stadtgebiet in einem großen Bogen verbindet und dadurch neue Direktverbindungen schafft. Diese Struktur sorgt für kürzere Wege, reduziert notwendige Umstiege und gestaltet das gesamte System deutlich übersichtlicher. Mit der Einführung werden auch die Liniennummern neu sortiert, um die Orientierung für Fahrgäste zu erleichtern.
Verbesserte Takte und längere Betriebszeiten
In Zukunft verkehren acht Tageslinien, die überwiegend einen 30-Minuten-Takt und teilweise einen 60-Minuten-Takt bieten. In besonders stark frequentierten Bereichen wie Schönwalde und Wieck entstehen durch Linienüberlagerungen deutlich dichtere Intervalle von etwa 15 Minuten.
Der tägliche Betrieb beginnt bereits gegen 4 Uhr und endet erst um Mitternacht. Für die frühen Morgen- und späten Abendstunden stehen spezielle Linien zur Verfügung, die auch dann eine Grundversorgung sicherstellen. Damit wird das Angebot gegenüber dem bisherigen Netz deutlich ausgeweitet.
Konkrete Vorteile für Bürgerinnen und Bürger
Das neue Liniennetz verbessert die Erreichbarkeit zentraler Ziele in Greifswald spürbar. Das Universitätsklinikum wird künftig direkt am Haupteingang bedient. Auch die verschiedenen Campusstandorte der Universität werden miteinander verknüpft, sodass Pendelwege zwischen den Einrichtungen erleichtert werden. Alle Schulen im östlichen Stadtgebiet können künftig ohne Umstieg erreicht werden, was insbesondere den Schülerverkehr komfortabler macht.
Der P+R-Parkplatz an der Klosterruine Eldena wird künftig auch am Wochenende angefahren. Neue Haltestellen, vor allem in wachsenden Wohn- und Entwicklungsbereichen, schaffen kürzere Wege für viele Anwohnende. Ergänzt wird das Liniennetz weiterhin durch den On-Demand-Verkehr „Friedrich“, der flexibel Randlagen wie Friedrichshagen, Ladebow / Wieck und Groß Schönwalde bedient.
Einführung, Kosten und Ausblick
Mit der Einführung des neuen Liniennetzes wird das Angebot deutlich erweitert und gleichzeitig effizienter organisiert. Insgesamt kommen 16 Busse zum Einsatz, wofür sechs zusätzliche Fahrerinnen und Fahrer benötigt werden. Die jährlichen Mehrkosten liegen ab 2027 bei rund 650.000 bis 700.000 Euro – und damit deutlich niedriger als bei früheren Netzplanungen.
Die Einführung ist – vorbehaltlich der Genehmigung durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr – für den 1. Oktober 2026 vorgesehen. Damit setzt Greifswald einen wichtigen Schritt hin zu einem modernen, gut erreichbaren und nachhaltigen Stadtbusverkehr, der sowohl klimafreundlich als auch zukunftssicher gestaltet ist.